Faktencheck: 6 Basics, die du für deinen Japan-Trip brauchst

Wie finde ich eine günstige Unterkunft? Funktioniert meine EC-Karte? Wie finde ich mich ohne Japanisch-Kenntnisse zurecht? Wie sicher ist Japan für Soloreisende?

Das solltest du vor deiner Reise wissen, damit du richtig planen kannst.

 

1. Hin- und Einreisen

Die Japanflüge sind für mich trotz der langen Dauer immer entspannt, da sich Japaner an Bord ruhig und zivilisiert verhalten. Selbst die Toiletten sehen vor der Landung noch passabel aus. Absoluter Pluspunkt: Viele der Mitreisenden verfallen in einen komartigen Schlaf, so wie ich.

Ich setze immer auf Direktflüge – die Flugzeit bewegt sich dann zwischen 11 und 13 Stunden. Die Vorteile: Erstens sind die nicht wirklich immens teurer und zweitens spare ich mir Zeit und Nerven. Achte beim Buchen von Flügen auf vernünftige Zeiten, die anti-„Jetlag“ sind. Damit meine ich, dass du während des Fluges viel Zeit zum Schlafen hast, die du nutzen solltest. Insofern ist es perfekt, morgens in Japan zu landen und nicht abends. Sonst geht dir mindestens ein Tag flöten und bist vermutlich die erste Nacht hellwach. Fiese Jetlags können dir tagelang die Energie rauben und sind Stress pur… Meine Flüge starten nachmittags, so dass man nach einem Essen und einen Film wunderbar früh an Bord schlafen kann (Ortszeit Deutschland gegen 20.00 Uhr). In der Kabine herrscht dann eh Nachtstimmung und es ist eine gute Gelegenheit sich mal richtig auszuschlafen. Wenn du dann morgens gegen 7.00 Uhr in Japan landest, bist du absolut startklar.

 

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Vor der Einreise, im Flugzeug füllst du eine Karte mit deinen Daten aus, die du dem Zollbeamten überreichst. Alles easy!

Bei deiner Ankunft erhältst Du diesen Vermerk in deinem Reisepass, mit dem du dich 90 Tage in Japan aufhalten kannst. Für weiterführende Einreisebestimmungen checke die Seite des Auswärtigen Amts.

 

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Als ich das erste Mal in Tokio-Narita gelandet bin, war ich überwältigt von der Kawaii-Kultur, die mich bereits auf sämtlichen Hinweisschildern empfing. Lauter kleine Animes, Maskottchen und süße Tierchen zeigen dir den Weg und geben dir Tipps. Anders als bei uns richten sie sich an alle und nicht nur an Vorschulkinder. Alles wirkt so gleich viel freundlicher.

Sollten wir dringend bei uns einführen:

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Flughafen Haneda – eine kleine träumende Elfe

 

Hier gehts weiter zu den besten Flughafentransfers in Tokio.

2. Sicherheit und Soloreisen

Japan ist mitunter das sicherste Land in dem ich je gewesen bin (sicherer als viele Orte in Deutschland)- kein Problem also solo zu reisen. Auf meinen zahlreichen Trips, die ich alleine unternommen habe, hatte ich kein einziges Mal ein merkwürdiges Vorkommnis (damit meine ich Diebstahl, Belästigung etc).

Ich bin nachts mit kompletter Fotoausrüstung stundenlang durch Tokio gelaufen, ohne dass ich je dumm angesprochen wurde oder ich ähnliches. Dennoch: Wer solo unterwegs ist, ist mit einer gesunden Portion Wachsamkeit immer gut beraten.

3. Der Yen – wie du immer flüssig bleibst

Vorab: EC Karten funktionieren an sich nicht. Es gibt Ausnahmen bei ATMs von 7-Eleven, aber da würde ich nicht nicht drauf verlassen, dass immer einer in deiner Nähe ist.

Mit Kreditkarten ist es kein Problem in Shops oder vielen Restaurants zu zahlen. Dennoch gilt in Japan: Nur Bares ist Wahres. Daher tausche ich meist am Flughafen um. Rührende Geste: Als ich in Japan Geld gewechselt habe, erhielt ich dieses „Survival“-Kit:

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Wenn du eine grössere Summe, zB für das Hotel bereit halten möchtest, checke im Vorfeld, ob sich das mit der Kreditkarte lohnt (Gebühren für den Auslandseinsatz) oder ob du bei deiner Hausbank oder am Flughafen bereits ein Sümmlein umtauschst, um das zu umgehen. Hängt immer vom Wechselkurs ab und jeder hat da andere Präferenzen.

Ich bin bisher immer ohne Bargeldabhebungen ausgekommen, und es hat so gut geklappt. Für eine Sicherheitsreserve nehme ich immer Cash mit, das ich im Zweifelsfall im Hotel oder einem Money Exchange umtauschen kann.

 

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Dollar, Yen, Euro und HKD

Ich reise mit einem mittleren Budget und werde das in einem weiteren Post vertiefen. Wenn Du mit minimalem Budget unterwegs bist und mal AirBnB auschecken willst, lies diesen Erfahrungsbericht.

Das generelle Preisniveau in Japan ist ähnlich wie in Mitteleuropa. Du kannst günstig essen gehen, zB sehr delikate Reisnudelsuppen für unter 5 € oder Bento Boxes als Snack für unterwegs.

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Onigiri – yummi Reissnack für ca 1,50 €

Das Essen ist den Japanern heilig – sprich nach oben gibts kein Limit für kunstvolle Gerichte, wie Fugu. (Kugelfisch) Falls Du also etwas besonderes suchst

Aber auch die fleischfreien und veganen Optionen verbessern sich zunehmend – wenn du mehr darüber wissen willst, lies hier weiter.

Übrigens: In Japan gibt es kein Trinkgeld. Egal wo. Finde ich sehr praktisch.

Solltest Du auch nur wenige Yen irgendwo am Tisch zurück lassen, werden sie dir hinterhergebracht. Es ist also vielmehr zuvorkommend, wenn du das Wechselgeld dankend annimmst -alles andere sind Almosen.

Ubahn fahren kommt mir immer viel günstiger vor, als in Deutschland. Wie das genau funktioniert, schreibe ich nochmal ausführlich.

Japan ist also entgegen der vieler Meinungen nicht unerschwinglich teuer. Du kannst dich dort auf einem ganz normalen Level bewegen. Manches ist sogar viel günstiger als bei uns.

 

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Shibuya Station

Hier entlang bitte: So findest du dich zurecht ohne Orts- und Sprachkenntnisse

Um ein Land zu bereisen, in dem du dich sicherlich hin und wieder sprachlos wiederfinden wirst, brauchst du ein Konzept, um dich von A nach B zu bewegen.

Leider sind auch Google Maps oder Taxifahrer nicht immer eine sichere Bank in Japan, wenn du den Weg nicht kennst. Daher hier ein paar Hilfen, damit du deine Ziele stressfrei erreichst:

4. Internet

Igel
Online dank dem Antennen-Igel

Bei meiner letzten Reise gab es eine 2 wöchige kostenlose WiFi-Verbindung über Softbank. Man hat sich als Tourist akkreditiert und zack  – war ich auch ausserhalb meiner Unterkunft immer online. Ansonsten gibt es meist kostenfreies WLAN wenn man in Restaurants etc ist. Ich selber habe noch keine Prepaid Karte oder ähnliches genutzt, irgendwie ging es immer so.

5. Wie verständige ich mich ohne Japanischkenntnisse?

Japaner sind sehr hilfsbereit und daher lassen sich sprachliche Barrieren bessern handeln als anderswo. In grossen Städten wie Tokio oder Osaka sprechen viele Leute mehr oder weniger gut Englisch und vieles ist ebenfalls auf Englisch ausgeschildert.

Grundsätzlich macht es immer Sinn zu „pointen“ – also auf das zu zeigen, was du möchtest, beispielsweise im Restaurant oder im Shop.

Hier kommst du zum Point-it Buch.

Und hier sind ein paar Brocken Japanisch/Englisch zum Ausdrucken (auch als Point-Hilfe gedacht).

 

6. Das japanische Adresssystem – wie du es heldenhaft meisterst:

Tja, irgendwie orientiert man sich hier anders, etwas differenzierter, als nach unserem banalen Strassen-/Hausnummersystem. Und es geht. Falls ich in fremden Gegenden, beispielsweise in Tokio, unterwegs bin merke ich mir vor allem Häuser, Schilder oder Geschäfte,  um mich zu orientieren, da ich die Schriftzeichen nicht lesen kann. Google Maps ist auch nicht immer die erste Wahl, wenn du mit den Schriftzeichen nicht umgehen kannst. Der Aufbau der Adressen ist „etwas“ anders als bei uns, was die Eingabe bei Google Maps ungemein erschwert. Dennoch, habe ich bisher alles gefunden, was ich gesucht habe.

Und ja, das alte „ Der Weg ist das Ziel.“ – bewahrheitet sich ganz besonders in Japan.

Übrigens: Selbst Taxifahrer haben so ihre Probleme Adressen zu finden  – obwohl sie sich wirklich Mühe geben. Wenn du mit dem Taxi ein Ziel ansteuerst, finde im Vorfeld raus, in welcher Gegend das in etwa liegt und wie der Neighborhood genau heisst. Wenn du beispielsweise zu einer kleinen Bar in Shibuya möchtest, die sehr vermutlich schlecht ausgeschildert ist, checke vorher aus, wie die Nachbarschaft aussieht und welche Geschäfte etc in direkter Umgebung sind.

Falls du also nach einer ganz bestimmten Adresse, beispielsweise in Tokio suchst: Komme erstmal zu einem bekannten Punkt ganz in der Nähe, beispielsweise die Bahnstation. Dort sind wiederum die Ausgänge sehr genau ausgeschildert, und das solltest du sehr ernst nehmen. Meist sind es riesige Bahnhöfe und ein falscher Ausgang bringt dich komplett anderswo hin. Also – gleich checken, wo du rausgehen musst. In grösseren Linien und beispielsweise dem Narita Airport Express sind bereits im Zug auf Monitoren alle Infos zu den Ausgängen eingeblendet. Sehr praktisch, denn so irrt man nicht vollkommen verplant auf dem Bahnsteig herum.

 

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Shibuya Station

Draussen dann die gewünschte Richtung ansteuern und am besten die nächste Eckstrasse merken, damit Du Dich nicht verläufst und sicher wieder zurück findest.

Achtung: Gerade in Tokio und Osaka sind viele Restaurants, Bars, Shops, Clubs nicht zwingend im EG, sondern auch gerne mal im 20.Stock oder im 5. UG. Schau daher immer auf die Schilder und frage nach – die Menschen helfen dir gerne – und habe immer irgendetwas Visuelles von deiner Adresse mit dabei zum Pointen – dein Smartphone mit der Adresse/Foto/Logo oder einen Flyer von deinem Ziel.

Sehr lesenswert zu dem Thema: In diesem Artikel schreibt eine Deutsche, die in Tokio lebt, über das Adresssystem und wie man sich zurecht findet.

***

 

Auf Reisen kannst du nie davon ausgehen, dass alles im ersten Anlauf glatt geht. Plane im Zweifelsfall etwas mehr Zeit ein, um dich zurecht zu finden. Schau, was du bereits im Vorfeld organisieren kannst, zB immer ausreichend Bargeld (auch Münzen für die Fahrscheinautomaten) und etwas Visuelles von deiner Zieladresse dabei zu haben.

Und denk immer dran, dass „Verloren zu gehen“ auf Reisen eine echte Chance auf wahre Bewusstseinserweiterung ist. 👀

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6 Gedanken zu “Faktencheck: 6 Basics, die du für deinen Japan-Trip brauchst

      1. Karen

        Flughafentransfer ist auch ein gutes Thema ! Ich habe ganz bestimmt noch so einige Fragen an Dich 😀 Zum Beispiel : Wo buchst Du Deine Flüge ? Normalerweise buche ich immer online , aber bei einer so langen Reise , ist es vllt besser sich im Reisebüro zu informieren !? Meine Idee war nämlich auch so zu fliegen,daß wir am frühen Morgen in Tokio landen 😉
        Kuss Karen 😘

        Gefällt 1 Person

      2. Ich nehme eigentlich immer Lufthansa direkt ab München. Kostet zwischen 500-700€, wenn man nicht auf den letzten Drücker bucht (Tipp: MI und DO sind die meist die günstigsten Preise). Emirates und Qatar haben auch meist gute Preise und Service – allerdings muss man da immer in MiddleEast umsteigen (und das schlaucht). Ich checke die Preise gerne über skyscanner (da kannst du dir auch einen „Preisalarm“ abonnieren) und buche dann direkt bei LH.
        Ich mache in einem Monat eine kleine „Weltreise“ – also San Francisco – Hawaii – Tokio. Da habe ich mir das Star Alliance Round the World Ticket gebucht, weil es alles one-way-Tickets sind. Preislich vollkommen ok. Wenn du also viele Gabel-Kombiflüge suchst schau da vorbei http://www.staralliance.com/de/round-the-world

        PS: Ich meine, dass ab Frankfurt und München jeweils täglich Tokio angeflogen wird zu einer coolen Uhrzeit. ANA gehört auch zu Star Alliance und kann ich auch empfehlen.

        Dickes Bussi :-* und viel Spass beim Film

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  1. Karen

    Aww Süße 😻 Danke Danke Danke !!! Ich hab den Skyscsanner gleich mal runtergeladen.Super Sache 👍🏼 . Ich denke,daß ich April/Mai buchen werde. Müßte reichen !?
    Schönen Abend noch für Dich 💋

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