Mythos oder Wahrheit? Drei Dinge, die Du vor Deiner Japan-Reise wissen musst!

Safety First!

Im Netz und unter Reisenden kursieren ja ab und an mal Gerüchte, was Sicherheit und Gesundheit betrifft. Gerade im Bereich Impfungen und Präventiv-Medizin wird mit Reisenden ein riesiger Umsatz gemacht. Daher werden Ängste geschürt, die teilweise unberechtigt sind, um teure und sinnlose Medikamente oder sonstige Utensilien zu verkaufen.

Und da viele Reisende bestmöglich ausgerüstet losziehen wollen, legen sie sich vor ihrem Trip dann so einiges an Kram zu: Schliesslich will man ja den Urlaub geniessen und das sollte ja nicht an ein paar Euros oder einer Anschaffung scheitern. An der Stelle möchte ich mal daran erinnern, dass quasi jedem Thailand- oder Vietnam-Reisenden für 60-90 € Malaria-Tabletten angedreht werden und gerne noch eine Typhus-Impfung oben drauf. Allerdings habe ich noch nie gehört, dass jemand der aus diesen Ländern zurück kam, an Malaria oder ähnlichem erkrankt wäre.

Andererseits gibt es für gewisse landestypische Dinge zum Teil sehr wenig Infos, die im Vorfeld interessant und wissenswert sind. Heute habe mal meine Top 3 aufgelistet, nach denen ich oft gefragt werde.

 

1. Mythos: Vor einer Reise nach Japan muss man sich gegen Japanische Enzephalitis impfen lassen!

Falsch! Diese Krankheit wird durch Mücken übertragen, die vor allem in diesen Ländern Südostasiens vorkommen: China, Sri Lanka, Indien, Vietnam, Nepal und Philippinen.

Allerdings sind die Sommer in Japan sehr heiss und schwül, insbesondere zur Taifun-Season im Juli/August. Dann haben die Mücken Hochsaison! Im September 2014 tauchte plötzlich das Dengue-Fieber in Japan auf – Hunderte Besucher wurden im Yoyogi-Park mitten in Tokio gestochen und infiziert. Das war ungewöhnlich, denn Dengue-Fieber gab es in Japan nicht mehr. Daraufhin wurde der Yoyogi-Park abgeriegelt und die Mücken wurden mit Chemikalien vernichtet. Über die Ursache wurde viel spekuliert: Das Dengue-Fieber könnte von Touristen eingeschleppt worden sein, oder von Japanern, die entsprechende Länder mit Dengue-Fieber bereist hatten. Auch über den internationalen Handel hätten die Dengue-Mücken ins Land gelangt sein können.

 

 

Generell gibt es genau wie in Mitteleuropa, insbesondere im Sommer und nahe des Wassers, viele Mücken. Da die Stiche nerven, solltest du ggf Autan, NoBite oder Anti Brumm dabei haben. Selbstverständlich kannst du ein entsprechendes Präparat auch vor Ort in einem Drugstore kaufen.

Mückenrepellent heisst 虫よけ oder 蚊取り auf Japanisch (gesprochen: Mushi Yoke, bzw Katori für Mückenabweisegerät).

Tipp: In Asien werden Räucherstäbchen eingesetzt, um Mücken zu vertreiben – das ist vielleicht eine chemiefreie Lösung, um sich die Quälgeister in vom Leib zu halten. Bei Spaziergängen im Freien und nahe des Wassers solltest du lange, helle Kleidung tragen und auch diese mit Repellent einsprühen. Online gibt es übrigens auch Armbänder, die mit nach einem speziellen Stoff riechen, den Mücken meiden – mit denen fahre ich sehr gut.

Vor einigen Jahren habe ich mir auch mal ein Mosquito-Netz zugelegt. Heute weiss ich: Eine völlig unnötige Investition. Erstens, da die meisten Unterkünfte (auch einfache Hostels) Mosquito-Netze verleihen und sich mit weiteren Maßnahmen gegen Mücken wehren. Zweitens nimmt so ein Netz viel zu viel Platz im Gepäck weg. Ein Mosquito-Netz macht eigentlich nur Sinn, wenn du im vietnamesischen Dschungel oder im thailändischen Reisfeld campen möchtest. Und selbst dann würde ich dann dazu tendieren, es vor Ort zu kaufen, da die Netze in Deutschland einiges mehr kosten.

 

2. Mythos: Deutsche Elektrogeräte funktionieren nicht in Japan, wegen der Wattleistung!

Nicht so ganz richtig. Schauen wir uns das mal genauer an: Generell brauchst du einen Adapter in Japan mit einem solchen Stecker:

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Multi-Adapter

 

 

Ich verwende Reiseadapter, die man easy auf andere Länder umstecken kann. Es gibt natürlich auch einfache, die du hier online bestellen kannst.

In Japan kosten diese Adapter etwas weniger, du bekommst sie beispielsweise bei dem Haushaltswaren-Shop Daiso, in Akibas Techniktempeln oder in sonstigen Technik-Stores.

Was allerdings stimmt ist, dass das japanische Stromnetz (100V) mit weniger Volt arbeitet, als das deutsche (230V). Schau daher auf deinem Netzteil nach, was unter Input steht: Geräte mit 100-240V laufen einwandfrei. Allerdings sind viele deutsche Geräte auf 220-240V ausgelegt: Diese solltest du zu Hause lassen, da sie entweder sehr langsam laufen oder gar nicht funktionieren.

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100-240 V: Das passt für Japan!

 

Solltest du in Japan Elektrogeräte kaufen, besorge dir vor Ort gleich passend dazu einen Konverter, der die deutsche Volt-Leistung auf 100 V drosselt. Solltest du sie einfach mit einem Adapter ans deutsche Netz anschliessen, würden sie durchbrennen. Die Konverter heissen in Japan „Step Down Converter“ , bzw  Shoatsu oder Kouatsu Henatsuki ( 昇圧/降圧 変圧器), erhältlich in grösseren Technikläden. Kostenpunkt: stattliche 25-50 €.

 

3. Permanent sind Erdbeben – das ist lebensgefährlich!

Ja, das ist (leider) die Wahrheit – auch wenn nicht dauerhaft akute Lebensgefahr besteht! Japan ist das erdbebenreichste Land der Erde, da es auf dem Feuergürtel im Pazifik liegt. Im Jahresdurchschnitt werden rund 1.500 Beben seismisch registriert, von denen mehrere auch in Tokio deutlich wahrgenommen werden. Durchschnittlich ereignen sich pro Monat 73 Erdbeben der Magnitude 4 oder höher. Das bisher schlimmste verzeichnete Erdbeben (Anzahl der Todesopfer und genereller Schaden) war am 11.3.2011, dessen Tsunami-Welle den Fukushima GAU auslöste.

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In Japan gibt es eine Menge Sicherheitsvorkehrungen, da die Menschen mit den Beben jeden Tag leben müssen. Dementsprechend ist die Architektur der Häuser, Strassen und Verkehr darauf ausgelegt. In jeder Unterkunft gibt es einen Plan, der das nächste Evacuation Center ausweist, sowie eine Taschenlampe, die griffbereit neben dem Bett liegt.

Hier ist eine Map aller Sicherheitseinrichtungen für Tokio-Shibuya mit Anweisungen, wie man sich bei einem starken Beben verhalten soll. Diese Maps kannst du auch vor einer Reise googeln.

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Ich habe auch schon mal ein kleineres Erdbeben erlebt: Es hat alle Kleinteile auf einer Konsole im Band abgeräumt und alles wackelte kurz. Das dauerte aber nur wenige Sekunden – und als ich es realisierte, war es auch schon wieder vorbei. Grundsätzlich ist es das Beste, die Ruhe zu bewahren und sich an den Locals zu orientieren, was die tun und wie sie sich verhalten – denn sie sind die Experten.

Es gibt auch zahlreiche Apps, die Earthquakes anzeigen und während der Nacht auf Alarm gestellt werden können. Wenn dir das Sicherheit verschafft, solltest du dir mal testweise eine kostenlose Earthquake-App laden und sie ausprobieren: Stell sie auf Alert und leg sie auf den Tisch. Lass dann den Tisch wackeln und schau, ab wann es einen Alarm gibt – so kannst du easy auschecken, ob sich so eine App lohnt.

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Fazit: Japan ist dennoch eines der sichersten Reiseländer der Welt mit einem sehr hohen technischen Sicherheitsstandard – du kannst dort sorgenfrei reisen.

Die Kirschblüte – das Wahrzeichen Japans: Hier kannst du mehr darüber erfahren.

Und hier gibts 6 weitere spannende Fakten für deine Japan-Reise und hier gehts zu den 3 besten Flughafen-Transfers in Tokio.

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4 Gedanken zu “Mythos oder Wahrheit? Drei Dinge, die Du vor Deiner Japan-Reise wissen musst!

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